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Newsletter: Die Europäische Kreditinitiative als Tor

von | 10. Dez 2020

Newsletter no 28

Liebe Leserin, lieber Leser unseres Newsletters!

Unsere Kampagne zur Bundestagspetition hat Fahrt aufgenommen und es wird wohl in den bevorstehenden drei Wochen bis zum 30. Dezember noch einges Spannendes und vielleicht auch Turbulentes auf uns zukommen. Der heutige Newsletter aber möchte, passend zur Adventzeit, etwas zur Besinnung beitragen. Ein Newsletter zum langsamen Lesen.

Die Europäische Kreditinitiative ist das Tor, durch das wir als Gesellschaft gehen müssen, um jenes Feld zu betreten und zu kultivieren, auf dem eine geschwisterliche Wirtschaft in Kooperation statt Wettbewerb und ein Produzieren und Arbeiten zur Erfüllung der Lebensbedürfnisse sowohl der Menschen als auch der Tiere und der Pflanzen, der gesamten Natur, möglich wird.

Wir können nicht weiter alles und jede*n ausbeuten, aus purem Privatinteresse die Regenwälder abholzen, die Meere verschmutzen und die Fruchtbarkeit der Böden auslaugen. Wir wollen Menschen nicht länger durch ihre Lohnabhängigkeit zwingen, Komsumkrempel zu produzieren, der doch nur auf dem Müll landet. Niemand soll sein Leben in einem „Bullshitjob“ vergeuden!

Wir wollen auf demokratischem Weg eine Wirtschaft gestalten, die nicht dem geldvermitteltem Opportunismus und der egoistischen Gier Tür und Tor öffnet, sondern wir wollen gemeinsam Kulturen der gesellschaftlichen Versorgung entwickeln, die in der Souveränität von Kooperationen gründet – gebildet zwischen freien und gleichberechtigten Individuen, die sich in ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Impulsen in Selbstverwaltung verbinden.

Aber wie sollen wir dieses „Möglichkeitsfeld“ erreichen? Wie können wir durch das Tor der Kreditinitiative treten?

Wir wollen für all jene, die beginnen wollen, dieses neue Feld zu kultivieren, eine Möglichkeit der Finanzierung schaffen: Jedes Unternehmen, das sich zu folgenden drei Bedingungen verpflichtet, soll dauerhaft zinsfreie Kredite erhalten können und damit von Profitinteressen der Banken, Geldgeber oder Aktionären
unabhängig werden. Diese Bedingungen sind folgende:

1) Verzicht auf die Privatisierung der Unternehmensgewinne und Ausgleich von Überschüssen und Defiziten. Wenn die gesamten Einkünfte eines Unternehmens höher sind als seine gesamten Kosten, entsteht überschüssiger Gewinn – dieser darf dann nicht mehr zum Privateigentum gemacht werden. Die Überschüsse werden im Ganzen der kooperierenden Unternehmen für Investitionen genutzt oder dienen der Finanzierung der Arbeit anderer gemeinnütziger Unternehmen, die in ihrer Bilanz kalkuliert ein Minus haben. Schulen, Krankenhäuser oder Naturschutzorganisationen  können hier als Beispiele gedacht werden.

2) Die zweite Bedingung ist, dass die Regelung der Einkommen aller Menschen, die in einem jeweiligen Unternehmen arbeiten (also auch die der Besitzer*innen oder der Geschäftsführer*innen), dem öffentlichen Recht unterstellt werden, vergleichbar den staatlichen Einrichtungen.

3) Die dritte Bedingung ist, dass sich die Produktion am Gemeinwohl orientiert. Dazu zählen neben Gemeinschaftsaufgaben, wie etwa die Wasserversorgung oder der Straßenbau, auch Wirtschaftsfelder, die wir heute noch nicht hier ansiedeln, die aber dann, wenn sie auf wirklichen Bedarf treffen und zugleich nachhaltig und qualitativ hochwertig produzieren, nicht minder dazugehören.

Wenn sich ein Unternehmen dazu entschließt, diese Bedingungen zu erfüllen, soll es fortlaufend Geld als zinsfreie Kredite bekommen können. Diese Möglichkeit wollen wir im EU-Recht, genauer im Statut des Europäischen Zentralbanken Systems, verankern. In unserer aktuellen Petition an den Deutschen Bundestag fordern wir die Abgeordneten dazu auf, die Vorschläge in Europa zu unterstützen.

So kann die bedarfsorientierte, gemeinwohlverpflichtete Arbeit endlich angemessen finanziert werden und ist nicht mehr auf private Spenden oder staatliche Subventionen angewiesen. Die Profitideologie, die Unternehmen zwingt, gewinnmaximierend zu wirtschaften, kann endlich überwunden werden! Und wir können ein solches Wirtschaftsleben entwicklen, das nicht mehr Einzelinteressen, sondern den Bedürfnissen von Mensch und Natur dient.

Mit herzlichen Grüßen


Florian Wagner

Hier können Sie die Petition der European Credit Initiative mitzeichnen!

Die Unterstützung der Petitionen erfolgt auf der Webseite des Deutschen Bundestages. Dafür braucht man eine Registrierung. 

Tipp: Bei Neuregistrierung auf der Bundestagsseite nach dem Anmeldeprozess noch einmal oben auf „Jetzt unterschreiben!“ klicken oder auf der Petitionsseite nach der Nr. 117949 suchen.

Das angelegte Konto gilt auch für später, wenn Sie weitere Petitionen unterzeichnen oder eigene einbringen wollen.

Übrigens: Jeder Mensch kann eine Petition an den Deutschen Bundestag unterstützen – nicht nur deutsche Staatsbürger*innen!

Wir starten mit unserer Petition auch im Rahmen von 12062020 Olympia.
Nachdem das große Event im Berliner Olympia-Stadion wegen Corona nicht stattfinden konnte, ging es trotzdem weiter und 13 Petitionen – so auch unsere – wurde im Sommer in einem Prozess mit Expert*innen und Community-Voting ausgewählt. Jetzt gehen wir und vier weitere der Gewinner-Petition den Weg in Richtung Bundestag.

 

Hier finden Sie alle fünf Petitionen

Internationales Kulturzentrum Achberg e.V.
Panoramastraße 30
88147 Achberg
DEUTSCHLAND

+49 8380 500

IBAN: DE88 4306 0967 8233 3668 00
GENODEM1GLS

Initiativ-Gesellschaft EuroVision
Brantinggasse 61
1100 Wien
ÖSTERREICH

+43 650 941 32 64

IBAN: AT09 6000 0000 9217 9671
BIC: OPSKATWW

Ansprechpersonen:
Gerhard Schuster und Daniel Schily

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